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Brennstoffzellen sind elektrochemische Energiewandler, die wasserstoffreiche Gase mit (Luft)sauerstoff zu Wasser umsetzen und aus diesem Prozeß direkt elektrische Energie und Wärme gewinnen.

Diese hocheffiziente elektrochemische Umsetzung hat als erster Wilhelm Ostwald auf der Gründungsversammlung der Bunsengesellschaft 1897 zur ressourcenschonenden Elektroenergieerzeugung aus fossilen Brennstoffen empfohlen und als wichtigste Aufgabe der Elektrochemiker bezeichnet.

  Aber erst im heutigen Zeitalter ist es gelungen, die zahlreichen Material- und verfahrenstechnischen Probleme weitgehend zu lösen, die mit der elektrochemischen Verbrennung in Brennstoffzellen verbunden sind.

Es gibt heute sechs verschiedene Typen von Zellen /3/. Die Zellen unterscheiden sich durch den verwendeten Elektrolyten. Die ablaufenden energieliefernden Prozesse sind unabhängig vom Zelltyp durch folgende Reaktionen bestimmt:
 
Abb.1: Prinzipbild einer H2-verstromenden PEM-Brennstoffzelle mit saurem Elektrolyten Die Bruttoumsetzung in der Brennstoffzelle folgt der Knallgasreaktion:

H2 + ½ O2 -> H2O (1)

Diese in der Brennstoffzelle teilt sich auf in eine Anoden- und Kathodenreaktion:

H2 -> 2 H + + 2 e- (Anode) (2)

½ O2+ 2 H+ + 2e- -> H2O(Kathode) (3)

 

Brennstoffzellentypen

Brennstoffzellen werden neben ihrer Klassifizierung entsprechend des Elektrolyten nach ihrer Arbeitstemperatur in Nieder- Mittel- und Hochtemperatur-Brennstoffzellen unterteilt. Die wichtigsten Eigenschaften der Brennstoffzellen sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.

 
Tabelle 1: Brennstoffzellentypen (aktualisiert nach /3/)
BZ-Typ Elektrolyt T-Bereich (Zelle)/°C Brenngas
(primär)
Systemkomponenten System-
wirkungs-
grade /%
Kommentar Entwicklungs-
stand (max. Leistung)
Alkalisch
(AFC)
30%
KOH
60-90 reinst H2 Zelle, Wasserausschleusung 60 CO2-empfindlich 20 kW
Polymer-elektrolyt-
Membran
(PEMFC)
PEM
NAFIONâ
0-80 H2, Methan, Methanol Reformer, Gasreinigung, Zelle 60 (H2)
40 (CH4)
CO-empfindlich 250 kW
Direkt-Methanol
(DMFC)
PEM
NAFIONâ
60-130 Methanol Zelle 40 vielversprechend da
H2-Erzeugung entfallen kann
Entwicklung
Phosphorsauer
(PAFC)
konz.
H3PO4
130-220 Methan, H2 Reformer, Konverter, Zelle, Wärmetauscher 40 schwach CO-empfindlich 11 MW
Karbonatschmelzen
(MCFC)
Li2CO3/
2CO3
650 Methan, Kohlegas,
Biogas,
Biomasse-Gas
Vergasung oder Reformer, Zelle, Wärmetauscher 48-55
60
CO2 muß im Kreislauf der Zelle geführt werden 2,2 MW
Oxidkeramisch
(SOFC)
Zr(Y)O2 800-1000 Methan, Kohlegas, H2,
Biogas,
Biomasse-Gas
Zelle, Wärmetauscher 50-65 Keine Reformierung von Brenngasen erforderlich 10 kW (planar)
25 kW (Rohr)


Das Potential der Niedertemperaturbrennstoffzellen (80 - 120°C) liegt in Elektrotraktionsanwendungen, stromerzeugenden Heizungsanlagen und Klein-Stromquellen. Mittel- und Hochtemperaturbrennstoffzellen bieten sich für stationäre BHKW-Anlagen und für große Kombikraftwerke [Brennstoffzellen und GuD-Anlage] zur Stromerzeugung in größerem (100 kW - 100 MW) bis sehr großem Maßstab (100 MW bis 1000 MW) an.

Bild
Abbildung 2: Kompaktes Brenstoffzellensystem des ZSW mit PEM Brennstoffzelle, Gasaufbereitung und Wechselrichter.
  Im folgenden wird von den genannten Zelltypen nur noch auf die Polymermembran-Zelle (PEMFC) eingegangen, da diese für die Verwendung als Klein-Stromquellen herausragende Eigenschaften besitzt:

- Schnelles An- und Abschaltverhalten
- Betrieb zwischen 0 und 80 °C, selbstheizend
- Hohe Leistungsdichte (0,5 W/cm³)
- Hohes Leistungsgewicht (0,25 W/g)
- Lange Lebensdauer

Die angegebenen Leistungsdaten beziehen sich auf die reine Zelle und müssen noch durch die Speichereinheit und evtl. zum Betrieb erforderliche Peripherie ergänzt werden.

Für Forschung, Lehre und Demonstration hat das ZSW ein Brennstoffzellensystem wahlweise mit Elektrolyseur, Kompressor, Wechselrichter und Brennstoffzelle im Bereich 50 - 1000W entwickelt und vertreibt diese Einheiten.


Literatur Brennstoffzellen
/1/ A. Jossen, J. Garche: elektronik industrie 7/1996, 34-8
/2/ J. Scholta, B. Rohland: Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung - Typen, Daten, Entwicklungslinien, ELEKTRIE 48 (1994) 10, 410 ff
/3/ H. Wendt, V. Plzak: Brennstoffzellen -Typen, Entwicklungslinien, Marktchancen-, VDI-Verlag, Düsseldorf, 1990
/4/ AF Sammer Corp., 8 Industrial Parkway, Ringwood, NJ 07456
/5/ Interspiro GmbH, 76694 Forst
/6/ LBST, private Mitteilung
/7/ New Scientist, Dez. 1996
/8/ SANYO Katalog, Portable Fuel Cell «Silent Power» Model 250P, Japan 1994

Ansprechpartner:

Friedhelm Steinborn

E-Mail:

steinborn@bhkw-info.de


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Stand: 19/05/2002

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